Diät und Abnehmen sind nicht nur zwei Wörter, die allen geläufig sind. Sehr viele haben schon Diät gehalten und auch zumindest versucht, abzunehmen. Aber weshalb? Die zwei plausibelsten Gründe dürften Schönheit und Gesundheit sein.

Der Body Mass Index oder BMI ist ebenfalls ein geläufiger Begriff. Er unterteilt das Körpergewicht in die Kategorien Untergewicht (kleiner 18.5 kg/m2), Normalgewicht (18.5 bis kleiner 25.0 kg/m2), Übergewicht (25.0 bis kleiner 30.0 kg/m2) und starkes Übergewicht (über 30 kg/m2). Wie schon anhand der Bezeichnung der Kategorie zu erahnen, sollten wir möglichst alle einen BMI von 18.5 bis kleiner 25 haben. Die logische Folgerung ist aber auch, dass alle, die einen BMI grösser 25 haben, doch bitte abnehmen sollen. Aber natürlich nicht mit dem Hintergedanken, schöner zu werden. Die Evidenzlage muss hier enorm gut sein, denn praktisch alle Ernährungs- oder Gesundheitsorganisationen setzen auf den BMI und geben entsprechende Empfehlungen ab. Sogar Google liefert für “Body mass index” über 7 Millionen Webseiten.

Diese Woche ist aber ein schon fast nicht zu glaubender Übersichtsartikel von Mette Simonsen erschienen, die in der Kopenhagener Gruppe von Berit Heitmann forscht, welche ihrerseits alles andere als eine unbekannte Forscherin auf dem Gebiet des Übergewichts ist. In der aktuellen Ausgabe der Nutrition Reviews fassen die dänischen Forschenden alle sauber durchgeführten Studien zusammen, in denen der Zusammenhang zwischen absichtlichem Gewichtsverlust bei zuvor gesunden Menschen und Gesamtsterblichkeitsrisiko untersucht wurde (1). Zu erwarten wäre ein mit dem Gewichtsverlust einhergehenden, klar niedrigeres Risiko. Das Ergebnis lautete aber: in drei Studien wurde ein höheres Risiko beobachtet, in vier Studien kein signifikanter Zusammenhang gesehen (aber in drei dieser vier Studien gab es einen leichten Trend zu einem höheren Risiko) und in zwei Studien wurde ein geringeres Risiko festgestellt. Die Forschenden können somit nur einen einzigen Schluss ziehen: es liegt kein einheitliches Bild vor und “bestenfalls” zeigen die Ergebnisse ein mit dem Gewichtsverlust einhergehenden, höheres Risiko. Und zudem halten sie fest: es ist für die Gesundheitsämter immer noch nicht möglich, gesicherte Empfehlungen zum absichtlichen Gewichtsverlust abzugeben. Was soll man hierzu noch sagen…

1. Simonsen MK, Hundrup YA, Obel EB, Gronbaek M, Heitmann BL. Intentional weight loss and mortality among initially healthy men and women. Nutr.Rev. 2008;66:375-86.